Evernorth sammelt eine Milliarde ein und steckt sie fast ganz in XRP

Evernorth macht die SEC-Registrierung wirksam und geht unter dem Kürzel XRPN an die Nasdaq. Rund 473 Millionen XRP liegen bereits in der Bilanz des Vehikels.

Lena Brandhorst Altcoins

Eine Milliarde Dollar, und fast der gesamte Betrag soll in einen einzigen Token wandern. Evernorth, ein von Ripple gestütztes Unternehmen, hat den letzten regulatorischen Schritt vor dem Nasdaq-Debüt genommen. Am 27. August 2026 wurde die Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC wirksam. Damit ist der Weg frei für eine der größten börsennotierten Wetten auf XRP, die es bisher gab.

Das Vehikel entsteht durch eine Fusion mit dem SPAC Armada Acquisition Corp II. Gehandelt werden soll die Aktie unter dem Kürzel XRPN. Die Aktionäre von Armada stimmen am 30. September über den Zusammenschluss ab, der Abschluss wird für das späte dritte oder frühe vierte Quartal erwartet.

473 Millionen Token in einer Bilanz

Evernorth hält bereits rund 473 Millionen XRP. Zu Anschaffungskosten von etwa 1,2 Milliarden Dollar, wie The Crypto Times berichtet. Der Bruttoerlös der Transaktion soll mehr als eine Milliarde Dollar betragen. Die japanische SBI Group hat allein 200 Millionen Dollar zugesagt.

Hinter dem Projekt steht kein Außenseiter. Ripple selbst ist als Investor beteiligt und hat mehr als 126 Millionen XRP eingebracht. Geführt wird Evernorth von Asheesh Birla, einem früheren Ripple-Manager. Stuart Alderoty, oberster Jurist von Ripple, zieht in den Verwaltungsrat ein. Weitere Namen auf der Kapitalgeberliste sind Pantera Capital, Kraken, GSR und Arrington Capital, wie The Block dokumentiert.

Das Muster der Treasury-Firmen

Evernorth reiht sich in eine Welle von Unternehmen ein, deren einziger Geschäftszweck darin besteht, eine Kryptowährung zu halten und über den Aktienmarkt Kapital dafür einzusammeln. Bei Bitcoin ist dieses Modell längst etabliert. Bei XRP war der öffentliche Zugang bislang dünn. Genau diese Lücke will Evernorth besetzen.

Das Kalkül ist einfach: Anleger, die keine Token direkt verwahren wollen, kaufen stattdessen eine Aktie. Die Kehrseite zeigt sich gerade bei den etablierten Bitcoin-Halterfirmen, deren Börsenwert zeitweise unter den Wert ihrer Reserven gerutscht ist. Ein Aufschlag ist keine Selbstverständlichkeit. Wer die Mechanik hinter solchen Kapitalzuflüssen verstehen will, findet einen Anhaltspunkt in den jüngsten Bewegungen bei den Krypto-ETFs.

Was das für Anleger im DACH-Raum bedeutet

Für deutsche, österreichische und schweizer Investoren ist die XRPN-Aktie zunächst ein US-Produkt. Ein direkter Kauf über die Nasdaq ist je nach Broker möglich, unterliegt aber anderen Regeln als der Handel eines an der Xetra gelisteten Krypto-ETN. Wer XRP im Depot abbilden möchte, greift im DACH-Raum in der Regel zu börsengehandelten Schuldverschreibungen, nicht zu einem Treasury-Titel aus den USA.

Regulatorisch bleibt der Rahmen entscheidend. Unter MiCA gelten für Kryptodienste in der EU klare Lizenzpflichten, wie die Zahl der bei der von der BaFin freigegebenen Anbieter zeigt. Ein US-Treasury-Vehikel fällt nicht darunter. Zum Preis: XRP notierte in den vergangenen Tagen zwischenzeitlich bei rund 1,70 Dollar, nachdem die Anschaffungskosten von Evernorth einem Tokenpreis um 1,42 Dollar entsprachen. Die Abstimmung am 30. September wird zeigen, ob aus dem Plan ein gelistetes Unternehmen wird.

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