Bitcoin-ETFs verlieren 202 Millionen Dollar, Ethereum sammelt weiter

Am 28. August verloren die US-Spot-ETFs auf Bitcoin 201,9 Millionen Dollar und beendeten eine Neun-Tage-Serie, während Ethereum-Fonds weiter Kapital anzogen.

Tobias Reinhardt Märkte

Der Abfluss kam nach neun Tagen Zufluss

Am 28. August zogen Anleger netto 201,9 Millionen Dollar aus den US-amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin ab. Damit endete eine Serie von neun Handelstagen mit Zuflüssen, in denen rund 2,8 Milliarden Dollar in die Produkte geflossen waren. Der Kurs von Bitcoin rutschte im Zuge dessen unter 78.000 Dollar, erholte sich über das Wochenende aber wieder auf etwa 79.000 Dollar. Auslöser der Schwäche waren Äußerungen des US-Notenbankchefs, die den Markt zunächst belasteten.

Die Zahlen stammen vom Datendienst SoSoValue. Kumuliert stehen die Spot-ETFs auf Bitcoin damit weiter bei etwa 55,1 Milliarden Dollar Nettozufluss seit Auflage, das verwaltete Vermögen liegt bei rund 93,9 Milliarden Dollar. Ein einzelner Abflusstag von gut 200 Millionen ändert an dieser Basis wenig.

Warum Ethereum-Fonds gegen den Trend liefen

Aufschlussreicher als der Abfluss ist die Gegenbewegung bei Ethereum. Am selben Tag flossen 102,1 Millionen Dollar in die Ethereum-Spot-ETFs, der zehnte Zuflusstag in Folge. Kumuliert kommen diese Produkte inzwischen auf rund 12,9 Milliarden Dollar. Das Kapital verlässt also nicht den Kryptomarkt, es rotiert innerhalb. Wer die beiden Kurven nebeneinanderlegt, sieht keine Flucht, sondern eine Umschichtung.

Die Notenbank sitzt im Hintergrund

Der makroökonomische Rahmen bleibt der eigentliche Taktgeber. Die Kerninflation nach dem PCE-Index lag zuletzt bei 3,3 Prozent, das Wirtschaftswachstum bei 1,5 Prozent. Der Markt preist für die September-Sitzung der Fed eine Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent für einen Zinsschritt ein. Solange die Zinsfrage offen bleibt, reagieren risikoreiche Anlagen wie Bitcoin empfindlich auf jede Wortmeldung aus Washington. Ein Nebensignal stützt die Erholung: Der Coinbase-Premium-Index für Bitcoin drehte erstmals seit Mai wieder ins Plus, ein Hinweis auf Nachfrage von US-Institutionellen.

Was DACH-Anleger über den Umweg ETP wissen

Ein Detail geht in den US-Schlagzeilen unter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine Spot-ETFs auf Bitcoin. Anleger im DACH-Raum greifen zu börsengehandelten Produkten, meist als ETP oder ETN bezeichnet, die etwa über Xetra der Deutschen Börse laufen. Physisch besicherte Varianten von Anbietern wie Deutsche Digital Assets oder Bitwise bilden den Kassakurs nach. Die US-Flussdaten sind für DACH-Depots damit kein direkter Gradmesser, sie zeigen aber die Stimmung, die auf denselben Spotpreis wirkt.

Für die kommende Woche lohnt der Blick weniger auf einen einzelnen Abflusstag als auf zwei Fragen: ob die Ethereum-Serie hält und ob die Fed die Zinsfrage im September klärt. Beide Signale wiegen für den Kurs schwerer als die 201,9 Millionen Dollar, die am 28. August kurzzeitig die Richtung vorgaben.

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