Bitcoin Kurs unter 78.000 Dollar: Öl und Zinsen belasten

Der Bitcoin Kurs fällt unter 78.000 Dollar. US-Luftschläge treiben den Ölpreis, höhere Anleiherenditen belasten. Auf Monatssicht bleibt BTC klar im Plus.

Lena Brandhorst Märkte

Der Bitcoin Kurs steht zu Wochenbeginn unter Druck, doch die Ursache liegt diesmal weniger in der Kryptowelt als an den Rohstoff- und Anleihemärkten. Am Mittwoch notierte Bitcoin knapp unter 78.000 Dollar, rund zwei Prozent tiefer als vor sieben Tagen. Wer allein auf diese Zahl schaut, übersieht das eigentliche Bild: Auf Monatssicht liegt der Bitcoin Kurs weiterhin fast 22 Prozent im Plus.

Geopolitik treibt den Ölpreis, nicht den Bitcoin

Auslöser der neuen Nervosität sind US-Luftschläge gegen iranische Ziele am Wochenende und zu Wochenbeginn. Die Eskalation schickte die Nordseesorte Brent auf über 96 Dollar je Barrel. Steigende Energiepreise schüren Inflationssorgen, und genau die belasten Anlagen, die als riskant gelten. Bitcoin gehört in dieser Marktlogik dazu, auch wenn Anleger die Kryptowährung sonst gern als Absicherung gegen Geldentwertung verstehen.

Bemerkenswert ist, dass sich die klassischen Fluchtwerte ebenfalls nicht wie im Lehrbuch verhalten. Gold gab auf rund 4.300 Dollar je Feinunze nach, weil die Renditen weltweit anziehen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte zuletzt bei 4,81 Prozent. Höhere sichere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold und Bitcoin relativ unattraktiver. Das erklärt, warum der Bitcoin Kurs und der Goldpreis am selben Tag nachgaben.

Die Zahlen hinter dem Rücksetzer

Ethereum verlor im Tagesverlauf gut ein Prozent auf etwa 2.400 Dollar und damit spürbar mehr als Bitcoin. Auf Wochensicht steht die zweitgrößte Kryptowährung mit rund 4,6 Prozent im Minus. Dieses Muster zieht sich durch den gesamten Markt. In unsicheren Phasen fließt Kapital eher zurück in Bitcoin als in die Altcoins, weil Anleger die einfachere Geschichte des digitalen Wertspeichers bevorzugen. Für Trader an Xetra und den globalen Handelsplätzen bedeutet das erhöhte Schwankungen bei dünnem Spätsommer-Volumen.

KennzahlBitcoinEthereum
Kurs (3. September)rund 78.000 Dollarrund 2.400 Dollar
Wocheminus 2,2 Prozentminus 4,6 Prozent
Monatplus 21,8 Prozentplus 27 Prozent
Jahrminus 30,5 Prozentminus 44,7 Prozent

Was den Kurs als Nächstes bewegt

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die Notenbanken. Ein schwacher US-Arbeitsmarkt liefert dabei ein zweischneidiges Signal: Der ADP-Bericht meldete für August nur 38.000 neue Stellen in der Privatwirtschaft, den schwächsten Wert seit Januar und deutlich unter den erwarteten 47.000. Solche Daten erhöhen den Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen eher zu senken als anzuheben, was Bitcoin stützen würde. Der Markt selbst deutet jedoch in die andere Richtung, wie unsere Analyse zur wachsenden Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zeigt. Die Zahlen des Tages stammen aus den Marktdaten von CoinDesk sowie den Kursnotierungen bei Yahoo Finance.

Für Anleger im DACH-Raum bleibt die Lektüre der Lage nüchtern. Der Augustanstieg von fast 25 Prozent hatte den Markt weit getragen, wie schon der Rückblick auf den starken Bitcoin-Monat August deutlich machte. Der aktuelle Rücksetzer wirkt vor diesem Hintergrund eher wie eine Verschnaufpause als wie eine Trendwende. Entscheidend wird sein, ob die Ölpreise sich beruhigen und die Notenbanken den Zinspfad klarer zeichnen. Bis dahin reagiert der Bitcoin Kurs vor allem auf Nachrichten von außerhalb der Kryptomärkte.

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