Bitcoin bei 80.000 Dollar, der mNAV von Strategy bleibt unter eins

Trotz Bitcoin nahe 80.000 Dollar handeln Strategy, Metaplanet und Twenty One unter dem Wert ihrer Reserven. Jetzt droht der Rauswurf aus den MSCI-Indizes.

Tobias Reinhardt Nachrichten

Im August kletterte Bitcoin bis an die Marke von 80.000 Dollar. Für die börsennotierten Firmen, deren Geschäft allein im Halten von Bitcoin besteht, hätte das ein guter Monat sein sollen. Wurde es nicht. Die Aktien von Strategy, Twenty One Capital und Metaplanet notierten Ende August weiterhin unter dem Wert der Bitcoin in ihren Bilanzen. Der mNAV, das Verhältnis von Unternehmenswert zu Krypto-Reserve, blieb im Keller.

Wenn die Aktie weniger wert ist als die Coins

Ein Blick auf die Zahlen vom 27. August, zusammengetragen von CryptoSlate. Strategy kam auf einen Enterprise-mNAV von 1,01, auf Basis der Stammaktie aber nur auf 0,73. Twenty One Capital lag bei 0,75, Metaplanet bei 0,88. Ein Wert unter eins bedeutet, dass der Markt die Firma niedriger bewertet als die Bitcoin, die sie besitzt.

Die Bestände sind beträchtlich. Strategy hielt zu diesem Zeitpunkt 840.447 Bitcoin im Gegenwert von rund 66,18 Milliarden Dollar. Twenty One Capital verwahrte 43.514 Bitcoin, Metaplanet 43.000. Trotz des Kursanstiegs von Bitcoin in Richtung 80.000 Dollar kehrte der einstige Aufschlag nicht zurück. Wie sich der Kurs im August entwickelte, haben wir in einer gesonderten Analyse beschrieben.

Lange trugen diese Firmen einen Aufschlag, weil Anleger über die Aktie einen gehebelten Zugang zu Bitcoin bekamen. Sinkt der mNAV unter eins, dreht sich das Argument um. Neue Aktien einzusammeln, um weiter Bitcoin zu kaufen, verwässert dann die Altaktionäre, statt ihnen zu nützen. Genau dieser Mechanismus, der den Aufschlag einst nährte, wirkt bei einem mNAV unter eins gegen die Papiere. Auch die institutionelle Nachfrage über Fonds hat zuletzt nachgelassen, wie die Abflüsse aus den Bitcoin-ETFs zeigen.

MSCI setzt eine Frist

Zur schwachen Bewertung kommt regulatorischer Gegenwind aus einer unerwarteten Ecke. Der Indexanbieter MSCI prüft, Firmen mit sehr hohem Krypto-Anteil aus seinen Aktienindizes zu streichen. Die Konsultation läuft seit dem 14. August, die Frist für Rückmeldungen endet am 30. September, die Ergebnisse folgen am 16. Oktober. Das berichtet Cryptoticker.

Der Maßstab: Machen operative Vermögenswerte weniger als die Hälfte der Bilanz aus, droht der Ausschluss. Für Strategy wäre das folgenreich. JPMorgan schätzt allein durch den MSCI-Schritt passive Abflüsse von rund 2,8 Milliarden Dollar, bis zu 8,8 Milliarden, falls andere Indexanbieter nachziehen. Passive Fonds müssten Aktien verkaufen, die sie nur wegen der Indexzugehörigkeit halten.

Warum das den DACH-Raum angeht

Strategy-Aktien sind auch über deutsche Handelsplätze zugänglich und gelten vielen als bequemer Bitcoin-Stellvertreter. Genau dieser Umweg verliert an Reiz, wenn die Aktie dauerhaft unter dem Wert ihrer Reserve handelt und ein Indexausschluss zusätzlichen Verkaufsdruck bringt. Wer Bitcoin abbilden will, findet mit einem an der Xetra gelisteten Krypto-ETN oder dem direkten Kauf womöglich den saubereren Weg. Der 30. September markiert den nächsten Prüfstein, an dem sich zeigt, wie ernst MSCI die Sache meint.

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